Geschichte + Motivation

Im Herbst des Jahres 2005 hatte Fritz Schumann eine Idee. Es war eine simple Idee: Gute junge Filme, die sonst keiner sehen konnte, vielen Leuten zugänglich zu machen. Da er selbst gerne Kurzfilme drehte, kam er schnell in Kontakt mit anderen Jugendlichen, die seine Leidenschaft teilten. Es wurden Filme ausgetauscht und drüber geredet. Schnell wurde jedoch klar, dass es Jugendliche schwer haben, ihre Filme vor einem angemessen Publikum zu zeigen, und so kaum ein gegenseitiger Austausch und Förderung stattfinden kann.

Damals war er 17 und gerade zum Schülervertreter gewählt worden. Er wollte diese Position innerhalb der Schule nutzen um ein Filmfestival zu starten, dass all denjenigen eine Plattform bieten soll, die sonst keine fanden. Er wollte, dass deren kleinen Meisterwerke endlich dem Publikum gezeigt werden, dass sie verdienten. Und es sollte denen, die noch nie eine Kamera in die Hand genommen hatten, zeigen, wie einfach und auch vielseitig das Medium Film sein kann.
Viel hatte er sich vorgenommen.
Zu viel, nach Ansichten des Direktors. Dieser lehnte eine Unterstützung für das Projekt zunächst komplett ab.

Eigenregie
Also suchte sich Fritz selbst die Unterstützung die er brauchte. Er suchte sich Schüler zusammen, die seine Ansichten teilten, und gewillt waren, für dieses Projekt zu kämpfen. Zusammen planten sie das JLG-Filmfest 2006.

Es war nicht einfach.
Viele Regisseure und Schauspieler, die als Juroren eingeladen waren, lehnten ab. Zudem musste Berlin und seine jungen Filmemacher von diesem Fest erfahren. Doch sie fanden die Unterstützung, die sie suchten. Die Berlinale Mitarbeiterin Katharina Hautz glaubte an das Projekt und an die Menschen die dahinter standen. Sie stand mit Rat und Tat zur Seite, wobei die Schüler jedoch absolut autonom arbeiteten.

Alle Schüler Berlins, die auf verschiedene Schulen gingen, mussten von dem Fest erfahren. Dies gelang durch Pressemitteilungen und eine Werbeoffensive in Form von Flyern, gestaltet von Schülern, die an das Projekt glaubten. Die Arbeit wurde dabei die ganze Zeit unentgeltlich geleistet. Aus einem Ideal heraus. Nur ließ sich eben nicht alles mit Motivation und guten Absichten bezahlen: Eine Finanzierungsmöglichkeit musste her. Das Filmfest Komitee fand diese Unterstützung, in dem es sich um Sponsoren bemühte, und um den Förderverein des John-Lennon-Gymnasiums. Glaubte auch der Direktor nicht an das Projekt, der Förderverein tat es. Nach Sechs Monaten der Planung fand das erste JLG-Filmfest dann am 3. Juli 2006 statt. Frei vom Eintritt - Jeder sollte kommen und die Filme sehen.

Und es war ein Erfolg.

Mit Beiträgen aus Gesamt Berlin, einem begeisterten Publikum und einer hingerissenen Jury wurde die Idee wahr. Der "Goldene John", der Preis des Festivals, wurde an den besten Film vergeben, die jungen Filmmacher wurden gesehen, kamen in Kontakt und wurden in ihrer Passion gestärkt. Nach dem Fest gab es viele, die es nun auch mal probieren wollten Und selbst der Direktor musste am nächsten Tag zugeben, dass es gelungen war. Seitdem ist er der größte Fan des Filmfestes.

Nicht alles lief perfekt an dem Abend. Die Technik streikte, der Raum überhitzte und das Publikum schwitzte. Doch der Anfang war gemacht. Es war ein gelungener Anfang. Grund genug das Filmfest im nächsten Jahr fortzusetzen. Es wurde schließlich gebraucht. Von den jungen Regisseuren und von Berlin.

Die Juroren vom Jahr zuvor sicherten wieder ihre Unterstützung zu, das John-Lennon-Gymnasium diesmal auch. Nur die Sponsoren nicht.
Die Temperaturen und die Technikpannen vom letzten Filmfest im Gedächtnis, suchte das Komitee nach einem neuen Ort. Sie fanden das Kino Babylon, welches von diesem Projekt sehr angetan war und dabei sein wollte. Da das Filmfest wieder ohne Eintritt auskommen sollte, und der gewinnende Regisseur ein Preisgeld, zur Finanzierung des nächsten Kunstwerks verdient hatte brauchte das Fest eine erneute Finanzplanung. Der Förderverein der Schule war wieder mehr als bereit zu helfen, doch auch seine Mittel waren begrenzt.

Viel Geld stand nicht zur Verfügung, trotz höherer Ausgaben als im Jahr zuvor. Alles was über das Budget hinaus ging, bezahlte das Komitee mit seinem eigenen Geld - viel hatten die Schüler jedoch nicht.
Das Filmfest stand also finanztechnisch unter keinem guten Stern. Und auch an anderen Stellen gab es Probleme.
Die Schüler, die letztes Jahr mitgeholfen haben, waren zum größten Teil mit ihrem Abitur und den Prüfungen beschäftigt, und fehlten bei der Planung. Es traten neue und jüngere Schüler ins Komitee ein, aber aufgrund der mangelnden Erfahrung konnte man sie nicht mit allen Aufgaben betreuen.
Es mangelte auch an Zeit. Die Pressemeldungen und die Werbung kamen zu spät, als dass sie hätten gesehen werden können, und am Ende kamen kaum Filme zusammen...

Die Jugendlichen wollte das Fest solange machen, wie sie das Gefühl hatten, es wird gebraucht. Nach dem Filmfest vom 7. Juli 2007 hatten sie dieses Gefühl nicht mehr.

Jedoch...
Zwar war das Filmfest wie ein Stein ins Wasser gefallen, es schlug allerdings gewaltige Wellen. Das internationale Kurzfilmfest Oberschöneweide wurde durch einen Beitrag in der Berliner Zeitung auf das Fest aufmerksam und nahm Kontakt auf. Man traf sich, man sprach sich und man tauschte Ideen aus. Das neue Filmfest wurde geplant - diesmal fast ein Jahr im Vorraus. Das Komitee wurde um Grafikdesigner, Eventmanager und Geschäftsführer erweitert - wobei alle unter 21 sind und komplett unentgeltlich ihre Arbeit leisten. Weil sie an das Filmfest und seine Idee glauben.

Es wurde wieder klar:
Die Berliner Jugendlichen brauchen ein Filmfestival. Ein Filmfestival, dass diesen Namen auch gerecht wird. Es gibt in dieser Stadt zu viele ungesehene kreative Talente. Man muss sie entdecken und fördern. Das ist die Aufgabe dieses Filmfestes.

Damit diese Aufgabe erfüllt wird, muss das Filmfest bekannt werden.
Damit die jungen Filme gesehen werden, muss das Filmfest gesehen werden.
Damit dieses Filmfest fördern kann, muss es selbst gefördert werden.

 

Babylon Kino Mitte

 

John Lennon Gymnasium

 

Kurzfilmfestival Oberschöneweide

 

Junge Presse Berlin

 

Eureso.com

 

Offener Kanal Berlin

 

Berliner Fenster

 

Zitty Berlin